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Stephani-Volksschule Gunzenhausen
Jüdisches Leben in
Gunzenhausen |
Dominik Hoff und Michael Glas
Die Geschichte des Hauses Marktplatz
16

| Baujahr: |
unbekannt |
| Bauherr: |
unbekannt |
| Besitzerwechsel: |
Das
ganze Haus |
| 1674 Martin Fürst, Glaser. Seine
Witwe, geb. Amman übergibt das Anwesen |
| 1710 um 820 fl. den Söhnen Hannß Jörg
Fürst, Glaser und Hannß Martin Fürst, Schlosser |
| 1720 ist Hannß Jörg Fürst
Alleinbesitzer |
| Besitzerwechsel: |
Untere
Hälfte |
Obere
Hälfte |
| 1752
Johann Martin Fürst |
1747
Margaretha Barbara Späth, Witwe des Goldenen Adlerwirts |
| 1754
Johann Valentin Fürst, Schlosser |
1769
Johann Joachim Späth, Bierbrauer |
| nach
seinen Tod geht es an Witwe Anna Elisabeth |
1770 um
640 fl. an Georg Andreas Beck, Hutmacher |
| 1793 um 1.725
fl. an Sohn Johann Valentin Fürst, Schlosser und Eisenhändler |
1795 um 1.022
fl. an Johann Valentin Fürst verkauft |
| Besitzerwechsel: |
Das
ganze Haus |
| 1851 um 6.250 fl. an Leonard
Fritsche, Seifensieder |
| 1866 um 8.000 fl. an Johann Georg
Friedrich Fritsche, Seifensieder |
| 08.01.1900 um 34.000 M an August
Seidel, Seifensieder |
| 19.03.1900 erkauft für 34.000 M
von Johann Georg Fritsche |
| 1902 um 28.000 M erworben von David
Heimann, Kaufmann und Bankier: Schnittwarengeschäft |
| 1909 an die Schwester Selma
Rosenfelder, geb. Heimann um 18.000 M |
| 1910 zusammen mit ihren Ehemann
Nathan Rosenfelder, Bankier |
| 1934 um 34.000 RM von der Gewerbe-
und Landwirtschaftsbank Ansbach erworben |
| 1982 Herbert und Renate Stingl
(1990 Ladenumbau und Fassadenrenovierung) Uhren- und Schmuckgeschäft |
| Heute ist das Haus in Besitz von
Ralf Tröster, Juwelier und Optiker, Geschäft im Erdgeschoss |
Die Geschichte der
Familie Rosenfelder
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Nathan
Rosenfelder, gelernter Kaufmann und Bankier, wurde am 23.11.1881
als Sohn des Handelsmannes Moses Rosenfelder und seiner Frau
Therese, geb. Obermeier, in Aufhausen geboren.
Im Nachbarort Oberdorf heiratet er
am 28.01.1909 Selma Heimann, die Schwester des Kaufmannes David
Heimann. Die Eltern der Beiden waren Urias und Clothilde Heimann
aus Bopfingen.
David Heimann war mit Bertha
Rosenfelder verheiratet, der Schwester von Nathan Rosenfelder.
Leider wissen wir nicht, wo dieses Ehepaar
gewohnt hat. Auch das Geburts- und Sterbedatum von David Heimann wissen
wir noch nicht.
Obwohl Nathan Rosenfelder schon 1907 von Nördlingen
nach Gunzenhausen gezogen war, erhält er dort erst am 10.01.1919 das Bürgerrecht.
Anzeige vom 13.09.1912 im
"Gunzenhauser Anzeigeblatt"
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Familie Rosenfelder im August
1922
© Helene Vered, Holon/Israel
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Das Ehepaar hat drei Kinder:
Hertha, *13.06.1910
Manfred, *11.05.1913
Ulrich, *14.07.1919
Die Familie wohnt im Haus Marktplatz
16. Dort hatte 1899 schon Selma Rosenfelders Vater, Urias Heimann,
ein Schnittwarengeschäft eröffnet, das 1901 auf seinen Sohn
David überging. Im Jahr 1902 geht auch das Haus auf David über.
Nachdem dessen Schwester Selma den Bankier Nathan Rosenfelder
geheiratet hat, beschließen sie im Jahr 1909 in dem Haus eine Bank zu
eröffnen. Interessanterweise wird es ‚Bankhaus Heimann’ genannt,
obwohl David Heimann kein Bankier ist. Doch er ist der Besitzer des
Hauses.
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Auch Nathan Rosenfelder scheint aus einer
wohlhabenden Familie zu kommen, denn Theodor Harburger fotografierte
1927 ein Toraschild in der Synagoge von Gunzenhausen, das von einer
Familie Rosenfelder stammt. In Band 1 der ‚Inventarisierung jüdischer
Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern’ (1998) steht dazu:
Toraschild der
Familie Rosenfelder
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„An den beiden von
Harburger fotografierten Gunzenhausener Tora-Schildern, die vor
einigen Jahren anonym dem Jüdischen Museum Franken übergeben wurden,
lässt sich die These von Tora-Schmuck in Familienbesitz exemplarisch
belegen. So stiftete beispielsweise der aus Aufhausen in Württemberg
stammende Bankier Nathan Rosenfelder zusammen mit seiner Frau Selma
nach seinem Zuzug von Nördlingen im Jahr 1907 ein mitgebrachtes, um
1680 gefertigtes Tora-Schild (Abb. 233) für die Gunzenhausener
Synagoge und ließ es mit einer entsprechenden Widmungsinschrift auf
der Rückseite versehen.“
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Bankhaus Heimann um 1920
© Helene Vered, Holon/Israel
1920 heiratet die Schwester von Nathan,
Lina Rosenfelder aus Nördlingen, den Bankier Karl Weinmann aus Altenmuhr.
David Heimann erwirbt für das Ehepaar das Haus in der Luitpoldstraße 1
(siehe Geschichte dieses Hauses) und der Schwager wird mit in das Bankhaus aufgenommen. Es heißt nun
Heimann-Rosenfelder-Weinmann.

Im Dachgeschoss des gleichen Hauses lebt
die Familie Arold, deren drei Kinder zusammen mit den Rosenfelder Kindern
aufwachsen.
Die Tochter der Familie Arold, heute Frau
Kleinschmidt, berichtete uns aus dieser Zeit, dass
die Familie Rosenfelder
sehr wohlhabend gewesen sei. Doch wenn Frau Selma Rosenfelder beim
Einkaufen einen bedürftigen Menschen gesehen habe, habe sie für diesen
stets etwas einpacken lassen.
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Manfred 1933 als Student in
Würzburg mit seinem Bruder Ulrich
© Helene Vered, Holon/Israel
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Auch sie selbst habe als
kleines Mädchen Naschereien von Frau Rosenfelder bekommen, die in ihrer
Familie nicht üblich gewesen seien.
Als die Nazis an die Macht
gekommen waren, hätte man mit der jüdischen Familie nicht mehr öffentlich
sprechen dürfen. Ihr Vater, Herr Arold, habe sich daher mit Herrn
Rosenfelder stets im Hof oder auf der Treppe getroffen, um mit ihm die
Lage zu besprechen. Dabei habe er Nathan dringend geraten, das Land zu
verlassen. |
Doch die Familie habe sich
nur sehr schwer dazu entschließen können. Zuerst seien die Kinder
weggeschickt worden, doch 1934 habe sich dann doch die ganze Familie nach
Stuttgart abgemeldet, in der Hoffnung, in einer Großstadt unbehelligt
leben zu können.
Doch schon kurze Zeit später
sei die Familie in die USA emigriert.
Beide Brüder und ihre Familien wurden im
"Deutschen Fahndungsbuch" von 1939 wegen Steuerflucht
aufgeführt und durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart zur Fahndung
ausgeschrieben.

Steuersteckbrief des Finanzamtes
Augsburg-Stadt gegen Max und Nathan Rosenfelder
im Amtsblatt der
Reichsfinanzverwaltung Nr. 35 vom 26.10.1939 S. 234.
(Diese Hinweise gaben uns
freundlicherweise Kerstin und Frank Wolf im Dezember 2002 per E-Mail.)
Der Bruder Max Rosenfelder wurde mit seiner Familie
am 01.04.1940 "ausgebürgert" (RAZ Nr. 84 vom 10.04.1940).
Nach diesen Quellen war er verheiratet mit
Martha, geb. Guckenheimer, * 23.07.1901
in Dinkelsbühl
Kinder:
Manfred, * 19.11.1925 in Nürnberg
Ernst, * 27.05.1927 in Nürnberg
Nathan Rosenfelder wurde mit seiner
Familie am 10.11.1939 "ausgebürgert" (RAZ Nr. 267 vom
14.11.1939).
Doch die Nachkommen zu finden, war nicht
einfach, denn beide Söhne hatten ihre Namen stark verändert. Tochter
Hertha hat in den USA geheiratet und hieß dann Herta Katten. Sie ist jedoch inzwischen verstorben, ebenso
wie ihre beiden Brüder.
Manfred nahm in den USA den Nachnamen
,Rost' an und lebte mit seiner Familie in Princeton, New Jersey.
Ulrich hat in Israel seinen Namen völlig
geändert, er nannte sich Uri Vered und lebte in Holon.
Erst durch Frau Kleinschmidt, die heute
noch mit den Familien in freundschaftlichem Kontakt steht, erfuhren wir
die neuen Namen und Adressen.
Von beiden Brüdern leben heute noch die
Witwen und Kinder.
Wir freuen uns über den Kontakt zu Frau
Helene Vered aus Holon in Israel und danken ihr sehr für die
Bereitschaft, uns so offen Auskunft über das Schicksal ihrer Familie zu
geben. Die unten abgedruckten Briefe zeigen die weit verzweigten Wege
dieser Familie auf, die wir ohne Frau Vereds Hilfe niemals erfahren
hätten.
Sie schrieb:
Ich freue mich, wenn ich mithelfen
kann, Dinge aufzuklären, die in dieser schlimmen Zeit geschehen sind.
Nazis
gingen am 24. März 1934 in das Haus der Familie Rosenfelder und wollten
Nathan erschießen. Er war aber gerade nicht anwesend. Gott sei Dank. Da
merkte Nathan Rosenfelder, dass es ernst wurde. Er verkaufte das Haus und
übersiedelte sofort nach Stuttgart, mit der ganzen Familie. Dort ging er
zum amerikanischen Konsulat und erzählte, was in Gunzenhausen vorgefallen
war, damit man das im Ausland auch weiß und vielleicht etwas tun würde
dagegen. Der Konsul fragte dann, ob er etwas für ihn tun könne. Nathan
Rosenfelder bat ihn, die Bürgschaft zu übernehmen, dass seine Tochter
Herta nach Amerika auswandern könne, weil sie ja zu der Zeit keine
Verwandte dort hatten. Was der Konsul auch tat.
So fuhr Herta Rosenfelder nach New York und arbeitete in einem Altenheim.
Nach einiger Zeit ließ sie ihren Bruder Manfred nachkommen und nach einem
Jahr konnten die zwei dann die Eltern und den Bruder Ulrich – Uri
nachkommen lassen.
Nathan Rosenfelder ließ dann viele Verwandte nach Amerika kommen und so
wurden viele gerettet ...
In New York eröffnete Nathan Rosenfelder mit seinem Bruder Max ein
Textilwarengeschäft, in dem die ganze Familie mithelfen musste.
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Ulrich
Rosenfelder mit seinem Onkel Max vor ihrem Geschäft in New York
© Helene Vered, Holon/Israel |
Todesanzeige von Nathan Rosenfelder,
gestorben 1948 in New York
Ein Cousin der drei Rosenfelder Kinder,
Max Weinmann aus Argentinien, der Sohn von Karl und Lina Weinmann, schrieb
uns:
‚Ich weiß, dass Ulrich
1939 ohne Wissen seines Vaters von den USA als Freiwilliger nach dem
damaligen Palästina in den Krieg ging. 1948 machte er auch den
Freiheitskrieg in Israel mit und baute dort seine Familie auf.’
Das erklärt, warum nach dem Krieg ein
Teil der Familie in den USA und ein Sohn in Israel lebte.
Frau Vered, Uris Witwe, schrieb und dazu;
Uri,
der jüngste Sohn, wollte schon von Stuttgart aus nach Palästina
auswandern, da er aber noch nicht volljährig war, konnte er das nicht
ohne Erlaubnis der Eltern. So lernte er in Stuttgart ein halbes Jahr als
Elektriker, bis der dann mit den Eltern nach New York fuhr. Dort lernte er
weiter als Radiotechniker und machte auch noch andere Kurse, zum Beispiel
in Grafik und Kurzschrift. Als man dann 1939 von Krieg sprach, nahm er
sein ganzes gespartes Geld, das er mit verschiedenen Arbeiten verdient
hatte, und kaufte sich eine Fahrkarte für die Überfahrt nach England mit
dem Schiff Queen-Mary. Von England fuhr er nach Marseille und von dort
nach Haifa, Palästina. Er hatte ein Touristenvisa, weil man damals kein
anderes Visa bekam. Das war im August 1939, in letzter Minute vor
Kriegsbeginn. Zum Glück hatte er hier eine Tante, die Schwester seiner
Mutter und auch einige Cousins, von denen er gut aufgenommen wurde. Doch
die englische Polizei suchte ihn, da sein Touristenvisum inzwischen
abgelaufen war. Sie wollte ihn ausweisen. Da musste er seinen Namen ändern
und hieß von nun an Uri Vered (Vered bedeutet in hebräisch Rose). Nach
einem Monat, den er bei der Tante verbracht hatte, ging er in einen Kibbuz
und nach einem Jahr, 1940, ging er zur britischen Armee, von der er im
Jahr 1946 entlassen wurde. Uri Vered starb im Jahr 1985.
Ergänzend berichtete Frau Vered im Februar
2003
Nach
dem Tod meines Schwiegervaters Nathan Rosenfelder im Jahr 1948 führte
sein Bruder Max mit seiner Frau Martha und meiner Schwiegermutter Selma
Rosenfelder das Geschäft (in New York) weiter. Dann starb auch Max
Rosenfelder. Seine Frau Martha führte das Geschäft noch einige Zeit
weiter zusammen mit Selma Rosenfelder. Das wurde den Beiden aber bald zu
schwer. So wurde das Geschäft aufgelöst.
Manfred Rost-Rosenfelder hatte ja in Würzburg Jura studiert, musste dann
aber anfangs der dreißiger Jahre das Studium abbrechen. So lernte er
Feinmechanik, das man in Amerika besser gebrauchen konnte. Er bekam Arbeit
im Laboratorium der Universität Princeton, wo er bis zu seiner
Pensionierung arbeitete. Noch heute wohnt seine Frau Annie (früher
Annelisa) in Princeton.
Sie haben vier Kinder.
Mein Mann Uri Vered hatte schon in Stuttgart in einer Elektrofirma als
Geselle angefangen zu lernen. Er hat dann in Amerika weitergelernt. Nach
seiner Entlassung vom Militär 1946 bekam er Arbeit bei der israelischen
Elektrizitätsgesellschaft. Leider konnte er nicht weiter studieren an
einer technischen Hochschule, weil er Geld verdienen musste, um die
Familie zu ernähren. Wir hatten geheiratet und bekamen auch bald einen
Sohn und dann noch zwei Töchter. Da fing mein Mann Uri am "British
Institut" an zu lernen für die Ingenieursprüfung. Da konnten alle
Bürger des englischen Commonwealth schriftlich lernen, zum Beispiel Leute
aus Indien und aus Australien und so weiter. Palästina war zu jener Zeit
unter englischem Mandat. Er musste einige Jahre lernen bis er dann die
Ingenieursprüfung bestand. Er arbeitete 30 Jahre bei der
Elektrizitätsgesellschaft.
Die Tochter Herta Rosenfelder heiratete in New York Julius Katten, der aus
Halsdorf in Hessen stammte. Sie hatten einen Sohn, Elmer Menachem, der
1978 nach Israel kam und jetzt in einer Siedlung wohnt. Er kam mit seiner
Frau Hanna und zwei Kindern hierher und sie bekamen hier noch vier Kinder,
wovon zwei Töchter schon verheiratet sind. Seine Mutter Herta war nach
dem Tod ihres Mannes ganz allein in New York geblieben. Als sie krank
wurde und nicht mehr allein sein konnte, kam sie auch nach Israel. Sie
wohnte noch einige Jahre in Jerusalem, wo sie auch starb und beerdigt ist.
Elmer rief mich vorige Woche an, um mir mitzuteilen, dass er alles im
Internet gesehen hat. Er freute sich sehr darüber und lässt Ihnen allen
danken.
Hertha Katten hat nach dem Krieg Fred
Dottenheimer ausfindig gemacht und ihm von dem Koffer bei Frieda Wiedmann
erzählt. Deshalb sollten wir vielleicht dieses Haus auch kurz vorstellen.
Karl Heimann soll heute noch in New York leben.
Sehr interessant für uns war es auch,
etwas über David Heimann zu erfahren, von dem wir noch immer nicht
wissen, wann und warum er Gunzenhausen verlassen und wieder nach Oberdorf
zurückgekehrt ist. Seine Familie hatte dort ein Textilunternehmen. Es ist
anzunehmen, dass er in dem Geschäft in Gunzenhausen, ebenso wie vorher
sein Vater Urias, Produkte der Firma Heimann aus Oberdorf verkauft
hat. Nachdem das Stoffwarengeschäft aufgelöst und in dem Haus eine Bank
eröffnet worden war, scheint er sich um 1910 wieder in Oberdorf
niedergelassen zu haben, obwohl er weiterhin Mitbesitzer des Bankhauses
war.
Heute ist in der renovierten Synagoge in
Oberdorf die Thorarolle der Familie David Heimann eines der wertvollsten
Ausstellungsstücke.
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Thorarolle
der Familie Heimann
Diese
Familienthora ließ Chaim Loeb Heimann 1872 in Wien anfertigen. Die
Thora reiste mit David, Berta und Karl Heimann im August 1939 von
Oberdorf in die USA.
Während
des Zweiten Weltkrieges stellten die Heimanns die Thorarolle
jüdischen Soldaten zum Gebrauch in einer Synagoge bei Fort Dix zur
Verfügung.
Zur
Eröffnung der Gedenk- und Begegnungsstätte in Oberdorf im Jahr
1993 hat Karl Heimann die Thorarolle dem Trägerverein als
Dauerleihgabe übergeben.
Foto und
Hinweis: Felix Sutschek |
Frau Vered schrieb uns über das Schicksal
der Familie Heimann:
David
Heimann wanderte nach seiner Entlassung aus Dachau mit seiner Frau Berta
nach Amerika aus. Er baute sich mit seinem jüngsten Bruder Hermann eine Hühnerfarm
in New Jersey in dem Ort Lakewood auf. David Heimann hatte drei Söhne,
Heiner der Älteste kam schon anfangs der dreißiger Jahre nach dem
damaligen Palästina. Erst war er in einem Kibuz, nach seiner Heirat
wohnte er in einem Dorf und hatte eine Hühneraufzucht. Er ist vor einigen
Jahren gestorben. Zwei Söhne von David Heimann wohnten in New York:
Udo-Martin und Karl Heimann. Udo-Martin ist auch schon gestorben und Karl
lebt noch in New York. David Heimann wurde weit über 90 Jahre alt.
Das Haus Marktplatz 16 erwarb 1934 die Gewerbe- und
Landwirtschaftsbank Ansbach um 34.000 RM. Sie eröffnete dort eine
Bankfiliale.

Marktplatz 16 im Jahr 1934
© Helene Vered, Holon/Israel
1982 gelangte es in den
Besitz der Firma Stingl, die dort ein Juweliergeschäft eröffnete.
Heute ist Ralf Tröster der Eigentümer, der dort ebenfalls ein Juwelier-
und Optikergeschäft betreibt.
Namenliste
„Haus Marktplatz 16“
* Geburtsjahr
& verheiratet mit ( ) Jahr des
Besitzerwechsels
Amman, Witwe von Martin Fürst
Arold, Familie
Beck, Georg Andreas
Fritsche, Leonard
Fritsche, Johann Georg Friedrich
Fürst, Martin & Amman
Fürst, Hanss Jörg
Fürst, Hanss Martin
Fürst, Johann Martin
Fürst, Johann Valentin & Anna Elisabeth
Fürst, Johann Valentin II.
Guckenheimer, Martha, * 23.07.1901 & Max Rosenfelder
Heimann, David & Bertha Rosenfelder,
Kinder (3) von David und Bertha:
Heimann, Heiner
Heimann, Udo-Martin
Heimann, Karl
Heimann, Chaim Loeb
Heiman, Selma & Nathan Rosenfelder
Heimann, Urias & Clothilde, Eltern von David und Selma Heimann,
Hermann
Katten, Julius & Hertha Rosenfelder, ein Sohn Elmer Menachem
Katten, Elmer Menachem & Hanna, 6 Kinder
Kleinschmidt, geb. Arold
Rosenfelder, Nathan, * 23.11.1881 & Selma Heimann
Rosenfelder, Moses & Therese Obermeier, Eltern von Nathan,
Bertha, Lina und Max
Rosenfelder, Lina & Karl Weinmann
Rosenfelder, Max, *07.061889 & Martha Guckenheimer
Kinder (3) von Max und Martha
Rosenfelder
Rosenfelder, Manfred, * 19.11.1925, wurde M. Rost in
Amerika & Annie (Annelisa). Vier Kinder
Rosenfelder, Ernst, * 27.05.1927
Rosenfelder, Bertha & David Heimann.
Kinder (2) von Nathan und Selma Rosenfelder:
Rosenfelder, Hertha, *13.06.1910 & Julius Katten
Rosenfelder, Manfred, * 11.05.1913
Rosenfelder, Ulrich, *14.07.1919, wurde in Israel Uri Vered &
Helene. Ein Sohn, zwei Töchter
Seidel, August
Späth,Margaretha Barbara, Witwe des Goldenen Adler Wirtes
Späth, Johann Joachim
Stingl, Herbert & Renate
Tröster, Ralf
Vered, Uri siehe Ulrich Rosenfelder
Weinmann, Karl & Lina Rosenfelder
Weinmann, Max, Sohn von Karl
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