Mithraskult

Altarstein, dem Gott Mithras geweiht.

Die - stark abgekürzte - Inschrift lautet: "Dem unbesiegten Mithras (Soli Invicto Mithrae) stifteten das Mal samt dem Tempel ... (es folgen die Namen) ..., beide Rittmeister der Ala I Auriana ... Sie lösen damit ihr Gelöbnis ein."

Offizielle Religion war der römische Götterkult, doch daneben gab es immer eine Vielzahl anderer Gottheiten und Kulte. Im 1. Jh. n.Chr. etablieren sich verstärkt orientalische Religionen in Italien - und mit ihnen der Kult des persischen Gottes Mithras, der sich schnell im ganzen Römischen Imperium ausbreitete.

Mithras steht als Gott des Lichtes, als heldenhafter Sonnengott im Kampf gegen das Böse und die Finsternis. Es ist daher kein Zufall, daß der Mithraskult vor allem bei den römischen Soldaten seine Hochblüte erlebte - der heldenhafte Kämpfer Mithras galt als besonderer Schutzgott der Legionäre. Und ganz selbstverständlich nahmen römische Legionen ihren Gott auch in fremde Lande mit: In Spanien, im Donauraum, am Rhein, den ganzen Limes entlang bis nach England errichteten römische Soldaten ihrem Gott Heiligtümer, sogenannte Mithräen.

Mithras war Lichtgott und Erlöser, er versprach seinen Gläubigen Erlösung und ewiges Leben - der Kult besaß deutliche Parallelen zum Christentum. Im dritten Jahrhundert noch einer der wichtigsten Götter überhaupt, gerät Mithras nach der Bekehrung Konstantins zum christlichen Glauben 313 schnell in Vergessenheit.